Friday, July 3. 2009

Lesehilfen und Lesehilfensuche  (Originalartikel)


Als aufmerksamkeitsgestörtes Wesen ist man angehalten vor allem eines zu lernen: fokussieren auf dass was man tut. Methylphenidat/Ritalin und anderes hilft chemisch beim Fokussieren. Aber leider hilft es ein wenig in die richtige Richtung, reicht aber noch lange nicht.


Bei mir führen lange Texte, vor allem wenn sie nur wenig 'aufgelockert' sind - kein Wunder das viele ADSler lieber Comics lesen als Bücher - zu einem beinahe unwiderstehlichen Schlafdrang. In Minutenschnelle versuchen meine Lider mich zu überzeugen das die Schwerkraft stark eingegrenzt auf mindestens 4G angestiegen ist und sie sich schließen wollen. Jetzt! Sofort!


Dieser Drang steigt mit zunehmender Trockenheit des Textes. Jeder Absatz eines Fachbuchs den ich tatsächlich gelesen habe, gerät so zu einer kleinen Schlacht bei Agincourt. Auf der Seite von Henry V.


Jeder, der der Ansicht ist, ich wüsste ja so umwerfend viel, kann nun ermessen wie hart das errungen worden ist.


Dieser reale Kampf gegen die Müdigkeit, steht im krassen Gegensatz zu meiner Liebe zu Büchern, Wissen und dem Lesen. Verstehbar ist es wohl nur wenn man es mit einem Spitzensportler vergleicht, der jeden Meter mehr, jeden Zentimeter weiter unter Schmerzen erringt, dessen Gelenkapparat mit 25 schon knirscht wie eine rostige Lokomotive ... der aber dennoch liebt was er tut und nicht aufhören kann.


Irre. Durchaus. Aber real.


So ein bisschen hege ich ja immer noch die Hoffnung dass es irgendwann besser werden könnte. Dass es nur den richtigen Trick braucht und ich den nur finden muß. Unter anderem deswegen begann ich mich vor einer Weile mit Speedreading zu beschäftigen. Besonders bei englischen Quellen zum Thema, stößt man auf Informationen die Speedreading mit Hilfsmitteln verknüpfen die unter anderem für Legastheniker empfohlen werden.


Das Ganze sehr gelassen, nicht schambesetzt, ohne esotherische Verquickung oder das Bündel an halbwissenschaftlichen Rechtfertigungen die man in Deutschland im Bereich Legasthenie zusammenschustert. Wenn man hier die Existenz dieser Lernstörung überhaupt anerkennt und sie nicht krampfhaft versucht auf Faulheit oder Dummheit zurückzuführen.


Die Hilfsmittel ...

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